DENON HC1000S – Review
Controller, Reviews Dezember 17th, 2009
Wenn DENONs Controller für Serato Scratch Live so gut wie schwer ist, ist er Weltklasse. Ein Testbericht.
Damit wäre das auffallendste auch schon berichtet. Beim Erstkontakt mit dem HC1000S bleibt dreierlei festzustellen: schwerer als mein Notebook, kleiner, als anhand der bisher kursierenden Bilder, vermutet, dazu klar strukturiert, einfach zu erfassen und wie erwartet – durchdacht. Doch der Reihe nach.
Mit 25cm Breite, einer Tiefe von 9cm und 2,5cm Höhe bringt der Kleine im Stahlkostüm knappe 1,5 Kilo auf die Waage. Unterm Blickpunkt der Gewichtsreduzierung, die bei digitalen System eine gern angeführte Bedeutung hat, erstmal ein verwunderlicher Fakt. Dafür wird die Stabilität doppelt bedient. Der HC1000S scheint unkaputtbar, massiv, stabilst und steht durch das Gewicht rutschfest auf vier kleinen Gummifüßchen. Da überwiegt der praktische Vorteil den Nachteil beim Transport – Wortwitz Ende.
Ausgepackt und angeschlossen. Letzteres über USB (1.1), wo auch der Strom herkommt. Das passende Kabel, USB auf Mini-USB, wird mitgeliefert. Dazu eine kurze Bedienungsanleitung als Faltblatt. Mehr brauchts auch nicht. Weder extra beiliegende Treiber noch ewig lange Texte. Windows bzw. SSL und Mac OSX kümmern sich selbstständig, auch eine umständliche Konfiguration bzw. das Laden eines Presets in SSL entfällt. Der HC1000S ist einfach da und alle Funktionen stehen sofort zur Verfügung. Zwar ist das Teil auf SSL optimiert, kann aber auch – via MIDI – mit jeder anderen DJ-Software eingesetzt werden.

Abgedeckt wird alles was man im DJ-Alltagsbetrieb benötigt. Die Oberfläche ist dabei sympathisch symmetrisch aufgeteilt. Linkes Deck, rechtes Deck und mittig die Browser Sektion. Insgesamt zähle ich 3 Encoder und 43 Buttons, die auch verschiedenfarbig hintergrundbeleuchtet und, durch eine Shift-Funktion, teilweise mehrfach belegt sind. Qualitativ denontypisch, zumindest ich mag das und hätte höchstens Sorge im Lauf der Zeit, mit meinen Schwitzefingern, die Beschriftung der (im Manual unverwüstlich genannten) Gummitastatur abzureiben. Kurz gesagt: erster Eindruck – überzeugt!

In der Praxis freundet man sich als routinierter SSL-User schnell mit dem Controller an. Im Prinzip muss man kaum zur Mouse greifen. Das Irrlichtern durch den Browser, Tracks laden, Cue-Punkte, Loops und deren Länge, Samples laden und abspielen, sowie zahlreiche andere Features lassen sich ferngesteuert betätigen. Das kann man zwar auch mit jedem anderen MIDI-fähigen Gerät bewerkstelligen, aber mit keinem so maßgeschneidert. Das sage ich auch aus dem Wissen, dass ein aktuell bei mir auftretendes Problem nun Geschichte scheint. Bei meinen bisherigen Versuchen mit Nanos, LPD, MPD oder Nuo4 kam es in Kombination mit dem SL1 Interface immer mal zu ungeklärten Abstürzen. Bluescreen – ein Supergau, der in den ersten Praxistagen mit dem HC1000S ausblieb. Ich klopf aus Holz und beobachte weiter.

Einige, über den Controller erreichbare, Funktionen (Tap, <-, Pitch, manuelles Loop, Track spulen, Instant Double) nutze ich selten bzw. werden diese nur einmal aktiviert (z.B. Key-Correction). Wichtiger sind mir Cues, Auto-Loops und das scrollen durch den Browser. Und das ist gut gelöst. Die Länge eines Loops läßt sich über einen Encoder vorwählen, verlängern oder verkürzen. Verkürzt werden kann zudem durch einen Druck auf den Encoder. Rechts und links davon findet sich wahlweise der Aktivator für Auto Loop oder Loop Roll. Für Cue-Punkte stehen pro Deck fünf Buttons zur Verfügung, von denen sich jeweils drei (über Shift) auch für Samples nutzen lassen. In einer weiteren Kombination (Shift + Load) lassen sich diese Samples z.B. aus einer Playlist, laden.
Punkte die Ansatz zur Kritik bieten sind auch bei dieser Denon / Serato Kooperation rar.
1) Das Gewicht, was texteinleitend schon relativiert wurde.
2) Man kann per Controller Samples aus einer Playlist laden, aber um z.B. ein Loop aus dem Deck in den Sampler zu ziehen, ist noch immer der Griff zur Mouse nötig. Vielleicht tut sich hier was mit einem Software-Update, denn hier wäre eher anzusetzen als am HC1000S.
3) Mit |<< >>| kann man den nächsten oder den vorherigen Track ins Deck laden. Und zwar auch ins aktive, obwohl das gelockt ist. Nicht schön, aber nach dem dritten Fehlgriff werde ich diese Funktion deaktivieren.
4) Auch wenn es sich um eine Ergänzung zu einem DVS handelt, fehlt mir eine Play/Stop Taste, wozu sich aber die ungenutzte Tap-Taste mißbrauchen läßt.
5)Die Pitchtasten des linken Players ändern beim Standard-Preset die Looplänge, aber nicht den Pitch. Das sollte (wahrscheinlich*) fix zu ändern sein.
Alles in allem nichts Dramatisches, dazu nach eigenem Anspruch optimierbar, was dieses kleine, kompakte Tool in Zukunft zum SSL-Begleiter meines Vertrauens macht. Den fairen Obolus von 169 Euro entrichte ich dafür gern.
* ob dem so ist berichte ich in Kürze





Dezember 17th, 2009 at 9:03 pm
Das Ding würde ich mir sofort holen, nur das Fehlen von Start/Stop Taste gefällt mir nicht so, auch wenn man andere Tasten dafür zuweisen kann. Weil dann könnte man den Controller auch ohne TT´s gut nutzen. Ma schaun vielleicht lass ich mich ja noch überzeugen …
Dezember 19th, 2009 at 7:44 pm
Hi,
habt ihr diesen Controller schonmal mit Traktor getestet? Würde mich brennend interessieren, zB. ob damit auch die optische Rückmeldung durch Leuchten der Tasten klappt ..
Dezember 22nd, 2009 at 2:13 am
Gute Idee, wäre was für Floh.
Ich kann mich dessen auch annehmen, aber momentan ist die Zeit knapp. Also: vorgemerkt.
Dezember 22nd, 2009 at 6:47 pm
Na ich würd sagen, das machen wir (ich) nächste Woche
Dezember 28th, 2009 at 8:07 pm
Kleiner Update auf die Schnelle:
HC1000S und Traktor ist generell möglich, die Steuerung der Funktionen in Traktor ist ohne weiteres zuweisbar, es ist uns aber nicht gelungen, eine Rückmeldung für die illuminierten Buttons hinzubekommen. Irgendwie ist die MIDI Tabelle im Manual ein Buch mit hexadezimalen Siegeln.
Auch das Vorhaben in SSL die paar störenden Elemente umzumappen geht nicht so einfach. Im Prinzip gibt es vier einstellbare MIDI-Kanäle, was vier unabhängige Presets möglich machen würde. Ch 1 ist dabei das mitgelieferte Preset. Und da kann man nicht einfach drin rumfummeln. Weder Play auf Tap legen, noch die |>| Buttons deaktivieren. Man kann Play aber zB auf Tap unter Ch 2 legen oder Autoloop auf den entsprechenden Button, nur gibt es dann keine optische Rückmeldung wie im Preset unter Ch 1.
Hmmm, hat sonst noch jemand Erfahrungen damit gesammelt?
Dezember 30th, 2009 at 4:35 pm
Danke Ole für das kleine schnelle Update. Wäre schön, wenn sich Flori vielleicht auch drum kümmern könnte, ob man mit dem DENON HC1000S z.B. Tracks in das Prepare laden kann…
Guten Flutsch ähhhhhhhhh… Rutsch nach 2010
Dezember 30th, 2009 at 5:00 pm
@ Jay:
Du kannst den HC problemlos als MIDI-Controller in Traktor mappen. Soll heißen, alle gewünschten Funktionen lassen sich auf beliebige Elemente legen. Da besteht keinerlei Unterschied zu einem anderen Controller.
Einziges Problem (wenn man es denn als ein solches bezeichnen will) ist die Ansteuerung der LEDs. Dies ist zwar prinzipiell möglich, aber ich wurde aus dem Manual vom HC nicht wirklich schlau, welche MIDI-Commands dafür von Traktor gesendet werden müssen. Denon gibt im Manual zwar einige Infos preis, aber die Werte sind alle hexadezimal (?) und ich hab bisher noch keine Möglichkeit gefunden, diese Werte in noten- bzw. CC-ähnliche Commands zu konvertieren.
Es scheint sich dabei aber jedenfalls nicht um die selben Werte zu handeln, die vom entsprechenden Button gesendet werden (wie es üblicherweise bei Controllern eigentlich der Fall ist).
Dezember 31st, 2009 at 1:58 am
Hey vlt hilft euch das bei der translation :
http://www.midisolutions.com/BeatIndicator.pdf
https://ccrma.stanford.edu/~craig/articles/linuxmidi/misc/essenmidi.html
http://www.wavosaur.com/download/midi-note-hex.php
ez t
Dezember 31st, 2009 at 4:16 pm
Dank TKR’s Denkanstoss ist es mir nun heute tatsächlich gelungen, die LEDs mit Traktor zum Leuchten zu bringen
Es funktioniert folgendermaßen:
für alle LEDs gelten global drei CCs:
CC 074 für LED an
CC 075 für LED aus
CC 076 für LED blink
Jede einzelne LED wird nun mit diesen CCs über unterschiedliche Values angesteuert, die man der Tabelle im Manual entnehmen kann.
Mir persönlich erscheint diese Methode sehr umständlich, da ich es andersrum (also je LED einen separaten CC und dann den Status per Value) wesentlich intuitiver und auch komfortabler zu mappen finde.
Aber es wird sicherlich einen Grund geben, warum Denon dies so beabsichtigt hat.
Januar 4th, 2010 at 1:33 am
Danke für eure Tests. Welche Traktor Version hattet ihr benutzt? Ich habe hier “nur” die Scratch Duo, sollte wohl aber auch funktionieren.
Btw habe soeben diesen Conti bei euch bestellt und werde mein Glück mal damit versuchen
Januar 4th, 2010 at 9:49 am
Ich hatte die TSP v1.2.2 benutzt.
Aber du kannst bei TP, TSP, TD & TSD das MIDI-Mapping immer frei gestalten, von daher funktioniert das Mappen auch mit deiner Scratch Duo, ebenso sollte das Ansteuern der LEDs klappen