AKAI LPD8 mit TSP & SSL
Controller, Reviews November 17th, 2009
AKAIs LPD8 ist ein schicker und solider Slimline-Controller, der sich zum Steuern erweiterter Funktionen von digitalen Vinylsystemen anbietet. Wir haben uns die Zusammenarbeit mit Traktor Scratch Pro und Serato einmal näher betrachtet.
LPD8 & TRAKTOR SCRATCH PRO (v1.2.2)
Prinzipiell lassen sich alle Traktor-Funktionen (mal ausgenommen der spezifischen Pitch- & Jog-Kontrollen) sehr einfach und umfangreich mappen. Hierfür bietet das LPD8 auch alle nötigen Note- und CC-Kommandos, die man seinen Anforderungen entsprechend anpassen kann. Ein sehr hilfreiches Feature ist hier die Möglichkeit, minimale und maximale CC-Values der Potis über den Editor zu speichern, um z.B. den Deckfilter nur im Hi-Pass-Bereich zu bedienen. Dadurch ergeben sich einige nette Spielereien.
Einschränkungen hat man nur, wenn man die LEDs der Pads an den Software-Status angleichen will. Das klappt leider nicht mit allen Funktionen ohne Weiteres. Problem hierbei ist, daß die LEDs zwar von TSP angesprochen werden, sie aber ebenfalls im Gerät selbst vom entsprechenden Pad gesteuert werden. Ist der Modus auf “Momentary” und man drückt ein Pad, wird die LED per Note-On aktiviert. Läßt man es wieder los, wird die LED durch den Note-Off wieder deaktiviert, unabhängig davon, daß von Traktor eigentlich ein Note-On an die LED gesendet wurde und diese dann weiterhin leuchten soll. Hat man die Pads auf “Toggle”-Modus, bleibt der LED-Status zwar synchron mit dem Software-Status, aber es entsteht ein neues Problem: “Toggle” beim LPD8 bedeutet, daß beim ersten Drücken nur ein Note-On gesendet wird und der dazugehörige Note-Off nicht beim Loslassen erfolgt, sondern erst bei erneutem Drücken des Pads. Dies stellt bei Traktor immer dann ein Problem dar, wenn man damit Funktionen steuern will, die sich bei der MIDI-Kontrolle nicht auf “Hold” stellen lassen, wie z.B. Loop Set, welcher nur als Trigger ausgeführt werden kann. Um solche Funktionen abwechselnd (de-)aktivieren zu können, muß der Controller bei jedem Drücken ein Note-On senden, was das LPD im “Toggle”-Mode aber nur bei jeder zweiter Betätigung macht. Die Folge ist, daß man immer mit einem Extra-Druck auf das Pad das MIDI-Kommando erst wieder “zurücksetzen” muß. Folglich würde dann die LED-Anzeige zwar passen, was aber ein stetiges zweifaches Drücken zur Folge hätte. Zur Verdeutlichung statt langer Worte ein kurzes Video.
Abschließend kann man dem LPD8 trotzdem uneingeschränkte TSP-Tauglichkeit zusprechen, sofern man die Abstriche beim teilweise inkorrekten LED-Status in Kauf nimmt. Der Controller ist wirklich eine sehr sinnvolle und platzpsarende Ergänzung zum Timecode-Setup, das man so um die Effekt- und Loopsteuerung, sowie auch um das Trackbrowsen und Layout-switchen per Controller erweitern kann.
LPD8 & SERATO SCRATCH LIVE (v1.9.2)
Hier verhält es sich ähnlich wie oben beschrieben. Abgesehen von der kleinen Einschränkung bei der optischen Rückmeldung lassen sich die Pads und Potis gut in SSL verwenden. Das Mapping in Scratch Live geht um einiges einfacher von der Hand als bei Traktor, dafür hat man allerdings weit weniger Möglichkeiten des MIDI-Finetunings. Bekanntlich verzichtet Serato bei SSL (noch) auf Effekte, was wiederum den Einsatz der Potis am LPD8 etwas obsolet macht. Es sei denn man tendiert zur Zweckentfremdung. Da ich bei der Belegung immer so viel Elemente als möglich auf einer Ebene verfügbar haben möchte, wäre es eine Idee, die Potis z.B. zum Laden der Tracks umzufunktionieren. In diesem Szenario würde ich die obere Reihe Pads und Regler für Decks A nutzen, die untere entsprechend für Deck B. Die linken Pads (5/1) dienen dabei dem Aktivieren des Auto Loops. Den Wert sollte man im mitgelieferten LPD8 Editor auf “Momentary” setzen, da man sonst bei dem eigentlich zutreffenderem “Toggle” das bereits oben erwähnte Problem der unzutreffenden Statusmeldung hat (siehe Video). Die nächsten Pads (6/2) wären in meinem Fall für Loop Roll reserviert, die dritten (7/3) eventuell für das Setzen und Ansteuern eines Cue-Punkts . Allerdings läßt sich das auch ganz gut über die Tastatur bewerkstelligen. Mit den rechten Pads (8/4) würde ich mich schließlich in der Libary nach oben bzw. unten bewegen. Erst in einer der nächsten Ebenen (Prog 2-4) würde ich (für mich weniger elementare) Funktionen wie Sample Play, Moduswechsel, Key Lock oder Play / Stop nutzen. Mit den Potis läßt sich ganz gut die Länge des Auto Loops ändern oder ein Song ins Deck laden. Wer mag kann sie natürlich auch zum Pitchen oder zur Volumenreglung der Samplesektion einsetzen.
Das LPD8 liefert eine preiswerte und qualitativ solide Grundlage zur Fernbedienung von SSL. Ob einem das genügt hängt natürlich von der eigenen Arbeitsweise ab. Wieviele und welche Features werden genutzt? Hat man ein Problem damit in Ebenen zu arbeiten (oder zu denken)? Benötigt man, um der Gewohnheit zu genügen, eine gewisse Symmetrie? Ich für meinen Teil finde die Möglichkeiten des LPD8 ausreichend und für meine Zwecke verwendbar, schiele aber denoch mit freudigem Auge auf den demnächst erhältlichen HC1000S von Denon. Der ist zwar viermal so teuer, aber dafür auch direkt für SSL gemacht. Alles hat seinen Preis, leider.
LPD8 Produktseite bei AKAI
LPD8 für 49 Euro im Salection Store





November 18th, 2009 at 11:42 pm
Kleines Tool, großer Test, klasse!
November 23rd, 2009 at 11:48 pm
Kleiner Nachtrag zum “Toggle”-Modus bei TSP:
wenn man die Pads auf Toggle stehen hat, wird bei einem Presetwechsel eine momentan aktivierte Funktion in TSP deaktiviert! Von daher eignet sich Toggle bei den Buttons leider nur bedingt.
Dezember 11th, 2009 at 10:02 am
Moin moin,
hab das Teil gestern von euch bekommen. Habe leider bisher keine Möglichkeit gefunden die CC Belegung der Potis zu Ändern. Würde halt gerne zwischen zwei Decks mit dem Pad und CC Button hin und her switchen. Die Potis haben aber auf beiden jeweils die gleichen CC Signale, was das Gerät leider nicht brauchbar macht für mich, da der Wechsel über den Programm Button zu lange dauert.
Dezember 11th, 2009 at 10:12 pm
@Daiko:
Das stimmt, die CCs der Potis sind nur über die Presets veränderbar.
Könntest du einen oder 2 Buttons entbehren? Wenn ja, dann beleg diese(n) doch mit “Select Deck Focus” und schalte so zwischen den Decks hin und her. Wenn du dann bei den Poti-Funktionen als Target “Focus” wählst, kannst du so die Potis für alle Decks nutzen, je nach dem auf welches der Focus aktiviert ist.
Dezember 11th, 2009 at 11:00 pm
Grüße!
Ich glaube der LED-Status ist hier weniger das Problem!
Ich nutze den LPD8 mit Mixvibes und wollte mittels Controller die Sample-Pads steuern!
Wenn ich einen entsprechenden Loop anspiele, der dann bis zum Ende durchläuft, obwohl ich den Controller-Button nur kurz angeschlagen habe (“Momentary”)! Ist es mir ziemlich egal wie der LED-Status ist! Das Problem scheint ehe zu sein, dass der LPD8 falsche Befehle sendet!! denn eigentlich müsste er beim loslassen der Pads einen NOTEOFF-Befehl schicken (dann würde auch der LED-Status passen), was er aber nicht macht! Hier ist ein optimales Arbeiten mit Cue-Points und Samples nicht möglich! Die richtige Arbeitsweise kann man mit der Laptop-Tastatur erreichen, aber nicht mit dem LPD8???? Ich glaube hier liegt ein Fehler des Controllers vor….da muss wohl ein Treiber- oder Firmware-Update her!
Werde morgen mal den Support kontaktieren!
Dezember 11th, 2009 at 11:09 pm
@Rollcontainer:
Prüfe im Editor vom LPD nochmal, ob bei deinem verwendeten Preset auch wirklich (!!!) der Padmodus “Momentary” aktiviert ist, und nicht etwa doch auf “Toggle” steht. So wie du das schilderst, sieht es mir nämlich ganz danach aus, als würdest du togglen.
Oder aber (und das scheint mir noch wahrscheinlicher als die erste Variante): die Einstellungen in Mixvibes passen nicht. Leider kenn ich Mixvibes nicht, daher kann ich nicht sagen, ob man da was umstellen kann oder nicht.
Ob dein LPD ein NoteOff sendet beim Loslassen, kannst du ganz einfach per MIDI-Ox oder einem anderen MIDI-Monitor testen. Und ich vermute mal zu fast 100%, dass der Controller den NoteOff genauso sendet wie den NoteOn.
Dezember 12th, 2009 at 12:04 am
@Rollcontainer: “Werde morgen mal den Support kontaktieren!” Wir arbeiten gerne und viel, aber am Samstag wirst Du den Support sicher nicht erreichen
Dezember 12th, 2009 at 12:07 am
Danke für die Antwort! Ich bin noch nicht am Ziel, aber es geht weiter!
So…. Das PAD steht 100% auf “Momentary”, aber du hast recht, der LPD schickt einen NOTEOFF-Befehl! Leider spricht der Sampler darauf nicht an! Ich bekomme es nur hin, wenn ich in Mixvibes einen PLAYPAUSE-Befehl in der Midimap benutze! Nur ist das auch nit der Stein der …!
Warum klappt es denn mit der Laptop-Tastatur? Welche Kommunikationsart wird dort verwandt?
Die Befehlskette sieht aus wie Midi, nur ohne Note! >>bin verzweifelt
Dezember 12th, 2009 at 12:17 am
Kannst du in Mixvibes weitere Optionen bei den MIDI-Befehlen wählen?
Da ich, wie gesagt, Mixvibes nicht kenne, versuch ich’s mal anhand Traktor zu erklären:
bei Button-Funktionen kann man folgende Funktionen einstellen
- Toggle: reagiert nur auf NoteOn
- Hold: reagiert auf NoteOn UND NoteOff
(- Trigger: ähnlich wie bei Toggle)
Die ersten beiden (Toggle/Hold) kann man meist frei wählen und auf seine Arbeitsweise oder den Controller anpassen. Je nach dem wie der Controller also einen Buttonbefehl verarbeitet, lässt er sich so perfekt an die gewünschte Funktion anpassen.
Evtl. gibts sowas ja auch bei Mixvibes und du musst noch ein bisschen Feintuning betreiben, damit die Pads so funktionieren, wie du es haben willst!?
Dezember 12th, 2009 at 12:58 am
Supi!!!! DANKE! Der Tipp mit den Button-Funktionen war ein Volltreffer (habe ich bei MV zwar nicht finden können)DOCH das war der richtige Hinweis! Es geht jetzt über Midilearn!!!!
So, das wäre geschafft! Ich hoffe ich darf dich noch was fragen!? Kann ich eigentlich in der Funktionsart “PAD” (LPD)die Velocity deaktivieren? Die brauche ich nur beim Beatbau!
Wollte nur noch mal sagen, dass sich die Probleme doch gelohnt haben! So habe ich diese coole Seite gefunden!
Nochmal danke an Flori und macht weiter so!!
SORRY! Akai LPD8 ROCKz
Dezember 12th, 2009 at 2:35 am
Wenn du die Pads als “Pad” (am Controller links unten) steuerst, hast du keine Anschlagdynamik.
Sind sie aber auf “CC” eingestellt, so senden sie die entsprechende Value des jeweiligen CC-Befehls.
Um die Velocity zu umgehen, musst du sie also per “Pad” betreiben.
Falls du die “Pad”- und “CC”-Optionen zum Umschalten verwendest (also praktisch 2 x 8 Buttons pro Preset), kannst du versuchen die Value der Pads im “CC”-Modus zu beschränken. Dies wäre aber nur nötig, falls Mixvibes mit den MIDI-Commands nicht zurecht kommt. Falls es trotzdem funktioniert, brauchst du dir da eigentlich keinen Kopf machen bzgl. Anschlagdynamik
Dezember 12th, 2009 at 4:28 am
öh…nö!
Ach man, bei mir ist alles anders! Kurzgesagt “Pad” hat Dynamik, “CC” geht nit! A B E R
Jetzt hab ich es geknackt! Es liegt wohl daran, dass MV einen Extrabefehl für die Samplesteuerung hat (Command=PAD)wodurch auch im Steurmodus “PAD” (LPD8) die Anschlagdynamik ausgelesen wird!
Um jetzt das Vel.-Problem zu lösen musste ich erst verstehen, dass fürs Starten und Stoppen des Samplers, >>2
Dezember 12th, 2009 at 4:37 am
… Befehle nötig sind! NOTEON & NOTEOFF! Ich habe aber immer nur den ON eingetragen! (Tja, wenn man keine Ahnung hat!)
Meine Lösung:
NOTEON: PLAY / sampler pad 1 / val1=1 (nix mit Velocity)
NOTEOFF: PAD / sampler pad 1 / val1=1
Jetzt ist alles Perfekt und ich habe eine menge über Midi gelernt! CU
Dezember 12th, 2009 at 2:11 pm
@Flori Danke für den Tip werde den LPD noch mal auspacken und das noch mal so versuchen. Nutze normal den NUO4 mit Midi nur den jedesmal für kleine Sachen mitschleppen ist halt zu nervig. Daher suche ich nach einer geeigneten Lösung für das Problem
Dezember 30th, 2009 at 11:00 pm
Hi, kann mir vielleicht einer von euch seine Settings schicken, damit ich eine Möglichkeit habe zu sehen wie es aussehen muss?
Ich habe das LDP8 heute bekommen und praktisch null Ahnung wie ich meine Settings erstelle. Ich prügel mich schon ne Weile durch Google, finde auch andere Settings, allerdings scheinen die nicht mit 1.2.3 kompatibel zu sein. Wobei ich das nicht 100% nachvollziehen kann.
Ich würd mich freuen, Danke!
Januar 2nd, 2010 at 12:43 pm
@Olli:
So hier isrt mein file, ich benutze den LPD8 als zusätzlichen
Controler zu meinem A&H Xone1d deswegen ergeben sich folgende Funktionen:
Settings Preset 1 (LPD):
http://www.tkr-art.net/exchange/lpdprst1.png
*.tsi File LPD8:
http://www.tkr-art.net/exchange/LPD8SOLO.tsi
Im Pad Mode:
Pad 5-7 : FX-Unit2 On/Off FX 1-3
Pad 8 : Modifier #1
Pad 1-2 : Loop Set & Active 8/16
Pad 3-4 : Loop Set & Active 8/16
(Pad 8 leuchtet als Loop Active Indikator)
Modifier #1 + Pad 1 = Add to Preperation List
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Im CC Mode:
Pad 5-6 : Deck BPM X2 (Deck A/B)
Pad 1-2 : Deck BPM /2 (Deck A/B)
Pad 7-8 : Set & Store Cue Point (Deck A/B)
Pad 3-4 : Delete Cue
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Hoffe ich konnte dir damit ein wenig helfen,
Das Programmieren eines Controllers ist aber
ansich nicht wirklich schwierig, probiere ein wenig
herum und Du wirst dein “Traum-Mapping” schon bald selber erstellen
Januar 2nd, 2010 at 12:47 pm
Addendum:
Ein wenig strange ist jedoch, dass ich das Peset 1 (Pad 1-8)
mit C3-C4 gemapped habe es jedoch in Traktor als C4-C5 erkannt wird, lass dich davon aber net beirren, hab darüber noch nix gefunden im Netz
Januar 2nd, 2010 at 1:00 pm
Danke, ich habe zwischenzeitlich schon das Problem selbst lösen können. Warum auch immer wurde der Treiber nicht richtig angenommen und das LDP8 schlicht nicht erkannt, läuft jetzt.
Januar 11th, 2010 at 2:40 pm
Zum LED Status-Problem gab es via Youtube einen behelfenden Lösungsansatz: “mit der selben Taste geht das irgendwie nicht, Du kannst aber zum Bsp. die LED der Nachbartaste als Statusanzeige benutzen… das geht. Ist zwar komisch, aber so hab ichs gelöst.” Guggste -> http://www.youtube.com/watch?v=WFV_8GvXGyU